1. Filmkritik

 
   

 

 


"The Gap" - Nr.225 April 2012

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2. wissenschaftliche Arbeit
 


"blimp" - Filmjournalismus und Filmengagement 1985 bis 2001

1954 kam ein neues Wort, das man sich in Filmkreisen merken musste. Der Blimp. Als Blimp bezeichnet man die schalldämmende Ummantelung einer Filmkamera, die eingesetzt wird, um das für Tonaufnahmen störende Laufgeräusch der Kamera zu unterdrücken. Er entstand aus dem zahlreich geäußerten Wunsch, die weltbekannte Spiegelreflexkamera Arriflex 35 unter ungeschmälerter Beibehaltung ihrer Konstruktionsvorzüge auch für synchrone Bild-Ton-Aufnahmen geeignet zu machen. Man entwickelte deshalb eine Spezial-Schallschutzhaube, den Arriflex-Blimp. Jede Arriflex war in diesen Blimp einzusetzen. Erforderlich war es lediglich, den leicht abschraubbaren Handgriff mit dem Batteriemotor abzunehmen und die Kamera auf die Synchrongetriebeplatte im Blimp aufzusetzen und zu befestigen. Mit dieser Entwicklung erreichte es Arri, dass seine bereits für den Reportagebetrieb anerkannte Kamera auch starke Verwendung im Filmstudio fand. (fernsehmuseum.info)

blimp ist ein österreichisches Filmmagazin, das 1985 in Graz gegründet wurde und das es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Neuen Österreichischen Film mit aus der Taufe zu heben.

Anfang der 1980er Jahre war es soweit. Nach mehr als einem Jahrzehnt des Diskutierens, Argumentierens und Verhandelns von Seiten der Filmemacher hatte sich die Politik dazu entschlossen, eine staatliche Filmförderung zu initiieren. Die Euphorie der Betroffenen war entsprechend groß und führte neben der Gründung einiger Produktionsfirmen und Filmfestivals auch zu neuen fachspezifischen Publikationen. Dabei war die Sonderstellung von blimp von Anfang an, dass es sich vor allem filmpolitisch engagierte. Jede Ausgabe der ersten Jahre enthielt offene Briefe an die zuständigen Minister und politischen Vertreter, stellte Fördermodelle aus anderen europäischen Ländern vor und ließ die bisherigen österreichischen Erfolge, vor allem die Experimentalfilme seit den späten 1950er Jahren, nicht in Vergessenheit geraten.

Die Begründer und Mitarbeiter von blimp waren keine Filmwissenschaftler, sondern Filmagitatoren. Es war eine Gruppe engagierter, junger Grazer, die mit gewagten Layouts und kämpferischen Parolen dem österreichischen Kino seinen Weg bereiten wollten. Dass es mit einer staatlichen beschlossenen Filmförderung nicht getan war, mußten sowohl die Filmschaffenden als auch die blimp-Redaktion bald erkennen. Das Magazin in seiner ursprünglich gedachten Form konnte sich knappe zehn Jahre auf dem Markt halten.

Universität Wien, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft
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Doppelheft Weiss Sommer/Herbst 1986

Heft Grün Sommer 1985
     
 

Heft Blau März 1985