"Effi-Hasi"  
Der Film vom Theatermachen
 
   


Synopsis

“Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit”
Karl Valentin

“Das Theater an der Effingerstrasse” liegt unscheinbar an einer vielbefahrenen Strasse, eingeklemmt zwischen einer Pizzeria und einem Coiffeursalon. Es ist ein Theaterhaus, das es so schon fast gar nicht mehr gibt: mit einem klaren Bekenntnis zum Erzähl- und Gefühlstheater sowie vorwiegend auf die eigenen Einnahmen angewiesen. Öffentliche Subventionen, mit denen es überleben könnte, wurden schon vor Jahren gestrichen. Also sind die beiden Theaterleiter darauf angewiesen, ihre gerade mal 160 Plätze jeden Abend restlos auszuverkaufen.


 

Mit Hilfe eines treuen, aber strengen Abonnenten-Publikums, das keine Experimente zu sehen wünscht, gelingt dieses Kunststück auch fast immer. So gut, dass die absoluten Zuschauerzahlen vor einigen Jahren das grosse, ehrwürdige Berner Stadttheater überholt haben.

“Effi-Hasi” begleitet drei Inszenierungen durch die Zeit ihres Enstehens:
Der Regisseur Gilles Tschudi kämpft gegen das Aufführungsverbot seiner Adaption von "Homo Faber" und gleichzeitig um die Inspiration seines Hauptdarstellers.
Uwe Schönbeck, ein ehemalige Operntenor, hadert mit seiner Gesundheit und dem Erlernen des Kontrabasses. Und der Theaterleiter Markus Keller findet die Tragödie nicht nur in “Romeo und Julia auf dem Dorfe”, sondern auch in der anstehenden Budgetplanung.

   
 
     

Director's Statement

“Effi-Hasi” ist ein kleiner, ausgestopfter Feldhase, der vor Jahren als Requisit in das “Theater an der Effingerstrasse” in Bern geraten ist und nun in der Schauspieler-Garderobe an der Wand hängt. Von dort hat der Hase schon viele Höhen und Tiefen des Theaterlebens miterlebt.das Aufführungsverbot seines Stücks und gleichzeitig um die Inspiration seines Hauptdarstellers.

Für unsere Arbeit war der “Effi-Hasi” nicht nur Namensgeber, sondern auch Programm: unser Blickwinkel ist ein rein beobachtender. Wir wollten uns den Menschen nicht mit vorgefertigten Fragen und Themen nähern, sondern jenen Geschichten auf die Spur kommen, die das Leben von sich aus zu erzählen beginnt, wenn man geduldig ist und aufmerksam hinhört.

Ein Jahr lang haben wir mit Schauspielern und Regisseuren, mit den Theaterleitern und den Theatermitarbeitern in den Garderoben, den Probebühnen und auf Premierenfeiern verbracht. Unsere Kamera sollte - wie alle anderen Anwesenden auch - vom ersten bis zum letzten Augenblick dabei sein, wodurch wir bald nicht mehr als außenstehendes Filmteam wahrgenommen wurden.

Ein intimer Blick in die Sorgen und Nöte eines kleinen Theaterbetriebs, in die Schwierigkeiten des Schauspielerlebens, - und plötzlich wurde die viele, harte Arbeit sichtbar, die es braucht, um jeden Abend punkt acht Uhr den Vorhang hochgehen zu lassen.


     


www.effi-hasi.ch




Filmfacts

Idee und Konzept: Hannes Stark
Kamera und Regie: Attila Boa
Schnitt und Regie: Dominique Gromes
Musik: Tristan Schulze
Mischung: Peter Rösner
Produktion: Rabbit Film Bern/Wien 2013
Originalformat: DSLR
Endfassung: DCP Master
Laufzeit: 98 Minuten
Sprachen: Berndeutsch, Hochdeutsch,
Französisch
Untertitel: Englisch